Osteopathie

Der Körper als Ganzes

Osteopathie ist eine manuelle Behandlungsform: untersucht und behandelt wird ausschließlich mit den Händen. Das Ziel ist verblüffend einfach, Beweglichkeit zurückgeben, wo sie verloren ging.

Woher die Osteopathie kommt

Die Osteopathie wurde Ende des 19. Jahrhunderts von dem amerikanischen Arzt A. T. Still entwickelt. Seine Erkenntnis: Ein Körper kann nur dann gut funktionieren, wenn alle Strukturen, Gelenke, Muskeln, Bindegewebe (Faszien), Organe und Schädel, frei zueinander beweglich sind. Was für Menschen gilt, gilt genauso für Pferde und Hunde. Die Anatomie unterscheidet sich, die Prinzipien nicht.

Vier Grundprinzipien

  • Der Körper ist eine Einheit. Kein Teil bewegt sich losgelöst vom Rest; alles ist über Muskelketten, Faszien, Nerven und Gefäße verbunden.
  • Struktur und Funktion beeinflussen sich gegenseitig. Eine Einschränkung im Gewebe verändert die Bewegung, und umgekehrt.
  • Der Körper kann sich selbst regulieren. Bekommt er den Raum dafür, leistet die Selbstheilung ihre Arbeit.
  • Denken in Ursache und Wirkung. Wo die Beschwerde sichtbar wird, liegt längst nicht immer ihr Ursprung.

Was ist eine Blockade?

Eine Blockade ist eine eingeschränkte Beweglichkeit einer Struktur: ein Gelenk, das nicht geschmeidig mitschwingt, verklebtes Bindegewebe, ein Organ, das in seiner Aufhängung an Spiel verliert. Der Körper kompensiert meisterhaft, eine kleine Einschränkung fällt lange nicht auf. Doch Kompensation kostet Kraft und belastet andere Bereiche. So kann ein alter Vertritt im Bein irgendwann als steifer Rücken, Sattelzwang oder falscher Galoppsprung sichtbar werden.

Blockaden entstehen zum Beispiel durch Sturz oder Trauma, einseitige Belastung, zu schnellen Aufbau junger Tiere, einen unpassenden Sattel oder anhaltende Anspannung und Stress.

Was macht die Osteopathin?

Untersucht wird das ganze Tier: im Stand, in der Bewegung und mit den Händen, Schicht für Schicht. Gefundene Einschränkungen werden mit sanften Techniken behandelt, von faszialen und craniosacralen Techniken bis zu gezielten Mobilisationen. Geräte, Medikamente oder Injektionen kommen nicht zum Einsatz. Nach der Behandlung braucht der Körper Zeit für ein neues Gleichgewicht; klare Ruhe- und Aufbauempfehlungen gehören deshalb immer dazu.

Osteopathie und Tierarzt. Ein Tierosteopath stellt keine veterinärmedizinische Diagnose und ersetzt die Tierärztin oder den Tierarzt nicht. Osteopathie wirkt ergänzend, bei Zweifeln oder akuten Beschwerden (Kolik, Fieber, Verletzungen) ist die Tierarztpraxis immer der erste Schritt. Wo sinnvoll, stimmt Jolanda die Behandlung mit Ihrer Tierarztpraxis ab.

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